Nach der Installation von OpenHuman habe ich bewusst nicht alle 118 Integrationen aktiviert. In der GitBook-Doku stehen Gmail, Notion, GitHub, Google Kalender, Slack … Für Solo-Entwickler und kleine Teams steckt der Alltagskontext meist in einem Dreieck: Mail für Zusagen, Notion für Specs, GitHub für Lieferung. Nur diese drei habe ich angebunden und 72 Stunden beobachtet, was lokal passiert.
Kurzfassung: OpenHuman ist kein „drei Tabs in einem Chat“. Nach OAuth wächst der Memory Tree auf der Platte — standardmäßig etwa alle 20 Minuten holt auto-fetch (Doku) neue Mails, Seitenänderungen und Repo-Aktivität, presst sie zu Markdown und schreibt SQLite plus ein Obsidian-ähnliches Vault. Die Chat-Qualität ändert sich verzögert und kumulativ: erste Stunden kaum spürbar, ab Tag zwei bessere Querfragen, ab Tag drei spürt man Platte und Rauschen als Kosten.
1. Warum zuerst Gmail, GitHub, Notion
- Gmail — Scope-Änderungen, mündliche Deadlines, Verträge; oft nie in Notion.
- Notion — PRDs, API-Verträge, Protokolle; strukturiert, aber losgelöst von Repo und Mail.
- GitHub — Merges, CI, Issue-Versprechen; Lieferwahrheit in anderer UI als Vertriebsmail.
ChatGPT oder Copilot schlucken jeweils einen Paste — drei bewegliche Quellen dauerhaft ausrichten können sie nicht. Repo: tinyhumansai/openhuman. Always-on: OpenHuman auf Cloud-Mac.
2. Tag null: OAuth und erster Fetch
- Gmail — kein „gesamtes Postfach“, eher 30 Tage oder Important-Label.
- Notion — nur aktive DBs/Seiten.
- GitHub — pro Org/Repo; Hobby-Repos weglassen.
Nach dem letzten „Zulassen“ wirkt die UI noch nicht brillant. Vollabzug im Hintergrund; Activity Monitor zeigt dauerhaftes Lesen/Schreiben. Memory Tree (Wiki) mit gmail/notion/github-Zweigen.
memory/ ├── gmail/threads/ ├── notion/pages/ └── github/repos/
„Fass meine letzte Woche zusammen“ sofort danach bleibt vage — normal vor Querverknüpfung.
3. Wie jede Quelle im Index aussieht
| Quelle | auto-fetch | Im Tree | Rauschen |
|---|---|---|---|
| Gmail | Neu, Threads, Labels | Markdown pro Thread | Newsletter, GitHub-Mail |
| Notion | Seiten, DB-Zeilen | .md pro Seite | Leere Templates, Archiv |
| GitHub | Push, PR, Issues | pro Repo | dependabot, Bots |
Alles wird zu Markdown geflatten — diff- und durchsuchbar. .md im Finder öffnen trennt Fetch-Fehler von Modell-Fehlern.
4. Ab Tag zwei: Querfragen
Nach 4–6 auto-fetch-Zyklen (über Nacht) trafen u. a. (anonymisiert):
- Launch in Mail von 6/15 auf 6/22 — Notion-PRD und GitHub-Milestone konsistent? → Abweichungsliste.
- Welche PRs in Repo X diese Woche — passt zum Mail-Scope?
- Rate-Limit aus Protokoll — im Code?
Gemeinsam: Abgleich und Drift, kein Code schreiben oder Mail senden. Ausführen ist OpenClaw — Gedächtnis und Aktion trennen.
5. Drei Überraschungen
5.1 Platte wächst schneller als der Chat
48 h: unter 200 MB → ca. 1,2 GB. Monorepo-Historie und große Notion-DBs. Täglich du -sh.
5.2 Rauschen vergiftet Wochenrückblick
GitHub-Mails in Gmail, leere Notion-Seiten, dependabot — alles indexiert. Label-Filter, archived Repos ignorieren, Prompt einschränken.
5.3 Deckel zu = Sync-Lücke
Zwei Stunden Meeting, Deckel zu — Log-Lücke, „Hat der Kunde gestern geantwortet?“ daneben. Schlaf stoppt Fetch — kein Bug. Always-on-Mac oder kein Schlaf beim Zuklappen.
6. Nach einer Woche: Gewohnheiten
- Morgens 5 Min. — Kundenmail, blockierende PRs, Notion urgent (24 h).
- Vor Antworten — Scope-Mail aus Thread + Notion-API-Seite entwerfen.
- Freitag — Inkonsistenzen über drei Quellen, .md stichprobenartig prüfen.
Calendar/Slack noch nicht — erst das Dreieck rechtfertigen. Viele Meetings → Calendar oft besser als vierter Connector als Slack.
7. Vier Regeln vor dem Anbinden
- Quellen stufenweise, je 24 h Platte/CPU beobachten.
- Memory Tree als Quelle der Wahrheit.
- Cloud-Modell = Mail-Snippets gehen raus — Firmenmail mit DLP nicht auf privatem Zwilling.
- SQLite + Markdown verschlüsselt sichern.
8. FAQ
Q1: Reichen drei?
Für viele Wissensarbeiter zur Validierung ja. Erst Rauschen/Platte, dann mehr Quellen.
Q2: Gmail Gemini / Notion AI?
Einzel-App vs. persistenter Quellenindex lokal.
Q3: Private Repos?
Token lokal; Risiko ist Vault-Leak. FileVault, kein öffentlicher Cloud-Sync.
Q4: 72 h entscheiden?
Meist ja. Morgenroutine spart Zeit → Always-on prüfen.
Q5: Cloud-Mac Pflicht?
Nein — zweimal Deckel-Lücke → nächster Abschnitt.
Deckel zu, Sync stoppt? Drei Quellen auf Always-on-Mac
Gmail + Notion + GitHub auto-fetch braucht einen dauerhaft wachen Host. Laptop-Sleep und instabiles Reise-WLAN hinterlassen Lücken im Memory Tree. Nuvcloud M4 Mac mini: SSH/VNC, erweiterbare Platte, Tages-/Monatsmiete.
Details: OpenHuman Cloud-Mac-Leitfaden oder Preise für eine Woche Tagesmiete.